Der SAV Unterhausen führte die zahlreichen Besucher der Abendwanderung am Dienstag, den 11.8.2026 zu den ehemaligen Bäckereien in Unter- und Oberhausen. Los ging es an der Albvereinseiche beim Rathaus Unterhausen. Elisabeth Pehl, Wanderführerin und Bäckerstochter führte die Gruppe in den alten Ortsteil Oberhausen. Die erste Station war bei der Omnibushaltestelle an der Oberhausener Steige. Hier stand vermutlich die erste Bäckerei im Ort von Familie Rettich. Weiter ging die Suche in der Friedrich –List- Straße. Gegenüber dem Gasthaus Krone war ab 1909 die Bäckerei von Immanuel Gekeler. Die Enkelin Heide Schweizer konnte aus der tragischen Familiengeschichte durch die beiden Weltkriege erzählen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Bäckerei verpachtet, zuletzt an Bäcker Fassel. Die nächste Station war das Geschäftshaus Busin als Verkaufsstelle von Backwaren, die bis heute mit der Filiale der Bäckerei Marquart existiert. Dann gings zur Bäckerei von Elisabeth Pehl ins Gässle der Walderseestraße. Gegründet hat die Bäckerei 1878 Urgroßvater Johannes Reiff, weitergeführt von Großvater Wilhelm Holzwart und Vater Eugen Ficker über drei Generationen bis nach 100 Jahren das Ende kam. Elisabeth Pehl konnte zahlreiche Anekdoten erzählen, wie z.B. bis samstagabends die Wecken für alle großen Feste in Oberhausen gebacken wurden. Weiter ging der Weg entlang der Hauptstraße Richtung Unterhausen. Hermann Reiff gründete die Bäckerei an der Ecke zur Schillerstraße. Emil Reiff hat dann übernommen, ein Cafe in den 60er Jahren eingerichtet und einen Lebensmittelmarkt angebaut. Zusammen mit dem Nachbarn Fritz Nicklas, der auch Konditormeister war, wurden hier nahe dem ehemaligen Bahnhof Kuchen und Torten hergestellt und verkauft.
Weiter gings über die alte Grenze beim Bahnübergang entlang der Wilhelmstraße nach Unterhausen. Hier fanden sich die Bäckereien Stephan Reiff, genannt der Oberbäck an der Ecke Friedrichstraße. Nach der Einmündung der Holzelfinger Straße besuchten wir die Bäckerei Wolf. Bäckermeister Ulrich Wolf und seine Frau Helga konnten uns mit Bildern hinterlegt die Geschichte der Brot- und Feinbäckerei nahebringen. Auch hier wurden über drei Generationen von Philipp, Albert und Ulrich Wolf von 1911 bis 1980 feine Backwaren, Kuchen und Torten gefertigt. Wenige Meter talwärts auf der gegenüberliegenden Straßenseite war die Bäckerei Heyd. Letzte und nördlichste Station war bei der Bäckerei Günther Laube. Tochter Bärbel und Sohn Andreas konnten den Teilnehmern auch anhand von Bildern die Geschichte der Bäckerei Laube nahebringen. Die Familie Laube wurde aus Schlesien vertrieben und baute sich 1954 hier in Unterhausen eine neue Existenz auf. Die Spezialität war der Schlesische Mohnkuchen, von dem einige Teilnehmer noch schwärmten. Ulrich Wolf rundete zusammen mit Eckart Schneider den Bericht über die Versorgung der fast tausend Beschäftigten der BSU ab. Ulrich Wolf fuhr als junger Mann mit dem Fahrrad jeden Morgen mit gefüllten Packtaschen voll frischer Backwaren zum Lebensmittelgeschäft Schneider und zur Metzgerei Vollmer.
Zum Abschluss ging es über die Mühlstraße vorbei an der Bäckerei Schwarz. Dies ist heute die einzige Bäckerei im Ort. Von dort ging es hinauf zum Bruckenbeck. Gegenüber vom Schützen war die von Immanuel Aßfalk gegründete Bäckerei, sie wurde später von der Familie Mohr weitergeführt.
Zuallerletzt wusste Elisabeth Pehl noch von der ebenfalls an der Holzelfinger Straße gelegene Bäckerei Schlotterbeck zu berichten.


