Auf den Spuren der Industrialisierung im oberen Echaztal

Albverein Unterhausen auf Freitagstour „Natur und Kultur“

Die vierte Freitagstour „Natur und Kultur“ fand am 13. März 2026 statt. Der Ortsrundgang zur Industrialisierung fand reges Interesse, so dass sich über 20 Wanderfreunde auf den Weg machten.

Der Rundweg startete beim Areal der ehemaligen Baumwollspinnerei Gebr. Burkhardt. Einzig erhaltenes Gebäude ist das Baumwollmagazin. Zeitzeugen konnten sich noch an den Bahnanschluss und die Drehscheibe erinnern. Ebenfalls erhalten ist ein Stück Rohrleitung vom Kesselhaus zum alten Freibad. Vom ganzen Bahngelände sind nur noch die Widerlager der Echazbrücke erhalten. Über Alt- Oberhausen ging der Weg zum Aussichtspunkt Baderstraße. Anhand von alten Fotographien erinnerte der Wanderführer an den Bahnbau der Echaztalbahn 1891 bis 1893. Eine zur heutigen Zeit unvorstellbar schnelle Planung und Bauausführung erbrachte den Anschub für den Bau und Aufschwung der drei großen Standorte der Baumwollspinnereien im oberen Echaztal, der Firmen Burkhardt und BSU. Bis zu 1200 Menschen arbeiteten bei Burkhardt und 850 in der BSU.

Vorbei am Friedhof Halde und oberhalb der Bergstraße erreichten wir die ehemalige Seilbahntrasse des Schotterwerkes. In einer kurzen Episode wurde von 1905 bis 1923 am Härtle ein Steinbruch betrieben und das Betriebsgebäude stand am südlichen Ende der heutigen „Schotterwerkhäuser“ im Brenkenackerweg.

Reichlich Anschauungsmaterial fanden wir am Ende des Rundganges im und um das ehemalige Betriebsgelände der Baumwollspinnerei Unterhausen ( BSU ) , dem heutigen Gewerbepark BRE. Von 1882 bis 1993, also über 110 Jahre hinweg fanden hier mehrere Generationen von Unterhausener Einwohnern gute Verdienstmöglichkeiten. Hier gab es natürlich viel zu erzählen, vom Bahnhaltepunkt „Spinnerei“ über den nahen Lebensmittelladen der Familie Schneider, dem Herrschaftschauffeur Müller bis hin zum Mädchenheim und der alten und neuen Villa.

Heute, so fasste Wanderführer Martin Schmid  die Tour zusammen, haben wir vieles aus der Erinnerung und den Erzählungen der Eltern und Großeltern ins Bewusstsein gerückt und mussten dabei staunen, wie tatkräftig und schnell unsere Vorfahren geplant, gebaut und gearbeitet haben. Gleichzeitig erkennt man aus der Geschichte der Textilindustrie, welchen Wandel das Zeitgeschehen mit seinen Umbrüchen mit sich bringt.

Foto vom der Wandergruppe vor dem Neuen Bau der BSU

Mitgliederversammlung 20.02.2026

Die SAV – Ortsgruppe blickt gut gerüstet auf das neue Wanderjahr.
Marlies Sautter erhält die Silberne Ehrennadel. 

Der Vorsitzende Willi Burger konnte 36 Mitglieder der SAV – Ortsgruppe in der Aula der Uhlandschule begrüßen. Nach der Totenehrung kam er zum Jahresbericht. Höhepunkte waren das Maibaumaufstellen, die dreitägige Wanderfahrt in die Vulkaneifel sowie die 130-Jahr Feier im ev. Gemeindehaus.

Im Anschluss folgte der Kassenbericht durch Ute Scheider. Sie konnte das Jahr  mit einem guten dreistelligen Überschuss abschießen. Die Mitgliederzahl ist erneut angewachsen.  Die Kassenprüfer  Erika Schmid und Klaus Dieter Höhne bescheinigten eine vorbildliche Buchführung.

Es folgten die Berichte der Fachwarte:  Peter Kunert berichtete als Wegewart, dass die Wege zusammen mit 6 Wegepaten 3,5 mal abgegangen wurden. Dafür gebührt allen Beteiligten ein großer Dank. Im Herbst wurden 94 neue Wegweisschilder montiert. Für 2026 ist die Überprüfung von fehlenden oder beschädigten Wegemarken geplant.

Für den Fachwart Naturschutz, Felix Rehyl, der nicht anwesend sein konnte, berichtete Willi Burger. Bei zwei Einsätzen am Biotop in Kehlen wurden die Wasserpflanzen entfernt und der Bewuchs freigeschnitten. Für das neue Jahr ist angedacht, eine im Naturschutzgebiet Saulach liegende Waldwiese wieder zu betreuen. Vielleicht gelingt es, früher beheimatete Pflanzen wieder heimisch werden zu lassen.

Als Fachwart Wandern berichtet Martin Schmid über die Summe aller geführten Wanderungen und Radwanderungen. Von der Ortsgruppe wurden 99 Halbtages- und 6 Ganztageswanderungen sowie 19 Radtouren organisiert. Die Wandergruppen waren auf über 800 Kilometer Wanderwegen unterwegs.

Die neuen  Abendwanderungen fanden guten Anklang. Schmid sprach den Wanderführern einen herzlichen Dank für die ehrenamtliche Tätigkeit aus.

Aus den Berichten der Gruppenleiter konnten die Mitglieder einen Einblick in die vielen Aktivitäten gewinnen: Die erste Wandergruppe mit Jelto Busch ist nach wie vor sehr aktiv und wanderte unbeeindruckt vom Wetter 48 mal. Die zweite Wandergruppe unter der Leitung von Elisabeth Pehl  machte ebenfalls unentwegt ihre wöchentlichen Wanderungen. Sie waren 44 mal mit steigenden Teilnehmerzahlen unterwegs. Jeden Freitag halten sich die Frauen mit Gymnastik unter der Leitung von Bärbel Preusch fit.

Willi Burger berichtete von den Sonntagswanderungen. Acht  Halbtages- und eine ganztägigen Wanderausfahrt mit der Bahn wurden wieder sehr gut angenommen. Die Radgruppe unter der Leitung von Werner Speidel  und Werner Mezger war einmal pro Woche von April bis Oktober auf Tour. Werner Mezger berichtete: Witterungsbedingt konnten 19 Touren gefahren werden. Die Touren waren zwischen 54 und 70 km lang. 15 Radlerinnen und Radler waren dabei. Peter Kunert sprach zu den Abendwanderungen. Erstmals in 2025 sind Abendwanderungen im Programm. Von April bis September werden monatlich geführte Touren auch für Berufstätige angeboten. Martin Schmid berichtet zu den Themenwanderungen.  Durchgeführt wurden drei Etappen zu unterschiedlichen Naturschutzarealen. Die erste Tour führte in das  Naturschutzgebiet Greuthau, danach wurde der Naturpark Schönbuch durchstreift ehe der Abschluss im Biosphärengebiet Münsingen stattfand. Die dreitägige Jahreswanderfahrt führte im Juli in die Vulkaneifel. 31 freudige Wandersleute erkundeten die Eifelmaare, den Lieserpfad und den größten Maarsee mit dem Kloster Maria Laach.

Im Anschluss an die Berichte beantragte Klaus Dieter Höhne die Entlastung. Er dankte zudem den Vorstandsmitgliedern für die umsichtige und erfolgreiche Vereinsführung.

Martin Schmid informierte über die Bemühungen des Vorstandes zur Verjüngung und Verstärkung der Vereinsführung und stellt den neuen Wahlvorschlag vor. Vor zwei Jahren ist die Ortsgruppe mit vier Vorstandsmitgliedern neu gestartet. Heute stellen sich erfreulicherweise sieben Bewerberinnen und Bewerber zur Wahl. Marlies Sautter scheidet nach 14 Jahren als Schriftführerin aus und Willi Burger möchte ebenfalls kürzer treten und aus dem Vorsitzendenamt ins zweite Glied zurückgehen. Die Wahlen erbrachten folgendes  Ergebnis: Vorsitzender Martin Schmid, Kassiererin Ute Scheider, Schriftführerin Martina Hohloch sowie Willi Burger, Heike Betz, Peter Kunert und Felix Reyhl als Beisitzer.

Die Gauvorsitzende Doris Sautter ehrte Marlies Sautter für 14 Jahre Schriftführertätigkeit mit der Silbernen Ehrennadel des Schwäbischen Albvereins. Der Hauptverein würdigt damit die große Zuverlässigkeit und das hohe Pflichtbewußtsein über diesen langen Zeitraum. Sie war zudem in der Mitgliederpflege und der Organisation von Veranstaltungen tätig. Für die Ortsgruppe sprachen ihr Willi Burger und Martin Schmid den Dank für die große Einsatzbereitschaft aus. Mit einem Geschenkkorb gab es ein äußeres Zeichen der Dankbarkeit.

Werner Speidel erhielt von den beiden Vorsitzenden ein kleines Präsent für die dreijährige Leitung der Radgruppe.

Mit einem Ausblick auf das Wanderjahr 2026 und dem Dank an die Mitglieder, allen Aktiven und Helfern schloss Martin Schmid die Versammlung.

Ehrung von Marlies Sautter

Das neue Vorstandsteam, es fehlt Felix Reyhl

Ein neues Wanderangebot „Natur und Kultur“

Ein neues Wanderangebot startet am Freitagnachmittag, 30.01.2026 unter dem Motto „Natur und Kultur“.
Auch Werktätigen bieten sich so Möglichkeiten, an geführten Wanderungen mit kulturellen Aspekten teilzunehmen.

Treffpunkt 13 Uhr Albvereinseiche beim Rathaus Unterhausen

Das neue Wanderangebot findet 14tägig statt. Es handelt sich um Halbtagstouren mit Wanderstrecken von 6 bis 8 Kilometer. Dem Auftrag unseres Vereins entsprechend wollen wir dabei  Natur- und Kulturgeschichte sowie Kulturgüter den Teilnehmern nahebringen.

In Fahrgemeinschaften geht es zum Südbahnhof. Wir wandern auf schönen und aussichtsreichen Wegen und sehen aus der Vogelperspektive auf die Stadt und darüber hinaus. Auf zum Teil steilen Abschnitten erreichen wir die Oststadt mit schönen Häusern aus der Gründerzeit.  Im Stadtzentrum besuchen wir das Naturkundemuseum. Auf dem Rückweg streifen wir noch das eine oder andere Kleinod. Die natur- und kulturkundliche Wanderung führt Martin Schmid. Eine Kaffeepause ist eingeplant.

Streckenlänge :  ca. 7  km,  Auf- und Abstieg : je ca. 100 hm

Gute Grundkondition und Wanderschuhe erforderlich, Wanderstöcke nach persönlichem Bedarf.

Gäste sind willkommen. Rückfragen unter Tel.07129 /5589

Mutschelabend

Alter Brauch wird vom Albverein Unterhausen hoch gehalten

Das Albvereinsjahr 2026 startete pünktlich am vergangenen Freitag, den 9. Januar mit dem Mutschelabend. Die Ortsgruppe Unterhausen traf sich zum geselligen Sternwürfeln in der Bücherei. An drei Tischen ging es immer wieder hoch her, wenn die Entscheidung um eine der begehrten Mutscheln anstand. Nahezu alle konnten dann auch eine Trophäe mit auf den Heimweg nehmen. Und freigiebige Gewinner glichen die ungleiche Verteilung aus. Der Höhepunkt kam am Schluss. Es wurde um die große Königsmutschel gespielt und die Spannung stieg fast bis zum Siedepunkt. Auf dem Bild sehen wir die glückliche Gewinnerin im Kreis der fairen Mitspielerinnen und Mitspieler.