Festnachmittag am Samstag, 15. November 2025
Im Ev. Gemeindehaus feierte die Ortsgruppe Unterhausen und vormals auch Oberhausen am Samstag, den 15. November 2025 das 130-jährige Jubiläum. Viele Mitglieder und Freunde, auch benachbarter Ortsgruppen, folgten der Einladung.
Willi Burger wies in der Begrüßung darauf hin, dass dieses Fest gleichzeitig für die wegen Corona ausgefallene 125- Jahrfeier gelte. Eine damals aufgezeichnete Bilderschau unterhielt die Besucher bei der Kaffeepause. Sowohl Bürgermeister Peter Nußbaum als auch die Gauvorsitzende Doris Sautter würdigten die Verdienste der früheren Vertrauensmänner, der heutigen Vorstandsmitglieder und aller aktiven Mitglieder für das über 130 Jahre gezeigte Engagement. Besonders hervorgehoben wurden die Wegewartarbeit und die Ausbildung der Wanderführer.
Hoch spannend war der Vortrag des Geschichts- und Heimatvereins unter dem Motto „Unterhausen um das Gründungsjahr 1885“. Aus dem Archiv zusammengetragen wurde das Hintergrundmaterial von Günter Frick und Gert Lindemann. Gekonnt vorgetragen von Gert Lindemann erfuhren die Gäste von dem großen Umbruch durch die erste industrielle Revolution in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es war die Zeit der großen Baumwollspinnereien, des Bahnbaus, und der Gründung von Gesang-, Musik- und Sportvereinen. Die Verdienstmöglichkeiten verbesserten sich und die Arbeiter in den Fabriken hatten eine geregelte Arbeitszeit, so dass mehr Zeit für musische und sportliche Betätigung blieb.
Den festlichen Nachmittag prägte mit die Trachtengruppe des SAV Betzingen. Der Vorsitzende Markus Walker erklärte zudem die verschiedenen Trachten der Tänzerinnen und Tänzer. Nicht ohne Stolz konnte die Gauvorsitzende Sautter auf diese brauchtumserhaltende Sparte des Albvereins verweisen. Am Ende der Feier lud die Trachtengruppe die Gäste zum Mittanzen ein.
Die Geschichte der Ortsgruppe hatten Ute Scheider und Martin Schmid aufgearbeitet. Schmid berichtete aus den Anfängen des Gesamtvereins im Jahre 1888 und dem unmittelbaren Eintritt von drei Mitgliedern bereits 1889. Der Gründung der Ortsgruppe Unterhausen folgte wenig später die Gründung der Ortsgruppe Oberhausen. Bereits um die damalige Jahrhundertwende gab es hier mehr als 60 Albvereinsmitglieder. Die ersten Aktivitäten des Albvereins konzentrierten sich auf den Wegebau am Albtrauf, die Ausschilderung der Wege und die Herausgabe von Wanderkarten. Mit all diesen Aufgaben befanden sich unsere Ortsgruppen inmitten des Zentrums des Geschehens. Der zweite Weltkrieg brachte die Aktivitäten zum Erliegen. Nach dem Krieg wurde nur eine Ortsgruppe (OG) durch die französische Besatzung zugelassen, und dies war die OG Oberhausen. Dies blieb so bis ins Jahr 1962. Unter dem Einfluss des Hauptvereins und dem Ortsbürgermeister stimmten die Albvereinsmitglieder mit großer Mehrheit der Umbenennung in Ortsgruppe Unterhausen zu. Durch diese Umstände bestand die Ortsgruppe Oberhausen länger als Unterhausen und wurde maßgebend für das Gründungsjahr 1895.
Ute Scheider zeichnete chronologisch die wichtigsten Aktivitäten der letzten 50 Jahre auf. Einzigartige Erinnerungen an Wanderfahrten ins Hochgebirge wechselten sich ab mit Kultur- und Städtefahrten. Als auf der Alb noch schneereiche Winter herrschten, lernten viele Mitglieder in der Skischule das Langlaufen. Und mit den Kindern wurden Nikolauswanderungen zur Reißenbachquelle unternommen. Fixpunkte im Jahr des Albvereins sind bis heute die Maibaumaufstellung, der Jahresausflug und viele geführte Wanderungen. Mit Bildern von den aktuellen Wander-, Rad- und Gymnastikangeboten schloss die Präsentation.
Von den langjährigen Mitgliedern konnte die Gauvorsitzende Doris Sautter für 75 jährige Mitgliedschaft Willi Christner ehren. Der rüstige Jubilar berichtete von seiner Jugendzeit im Albverein und dass er seine Vitalität täglichen Spaziergängen und Wanderungen verdanke. Weiter geehrt wurden für 75 Jahre Ruth Bader, für 60 Jahre Klaus Eißler, 40 Jahre sind Anne Traub und Diethard Kleiner dabei und für 25 Jahre wurde Peter Nereteljak geehrt. Doris Sautter hatte noch eine weitere Ehrenurkunde von Präsident Dr. Rauchfuß dabei, die sie den beiden Vorsitzenden Willi Burger und Martin Schmid stellvertretend für alle Aktiven in der Ortsgruppe übergab.
Der festliche Nachmittag wurde von Peter Blötscher am Klavier begleitet und mit humorvollen Einlagen ergänzt. Zum Ausklang spielte der Silcherlieder aus der Gründerzeit.


